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Abiturientinnen von St. Hildegard interessieren sich für Integrationsarbeit in Ehingen

Ende 2015 hatten Schülerinnen, Lehrer und Eltern von St. Hildegard in Ulm in einer großartigen Spendenaktion Kinderfahrzeuge, Bettzeug und Kleidung gesammelt und nach Ehingen gebracht - jetzt informierten sich einige Abiturientinnen über die Sprachförderung und die Integrationsaktivitäten in Ehingen2016_06_27_VKL_Besuch_StHildegard

Die Schülerinnen wurden von Heidi Porsche, 2. Vorsitzende im Freundeskreis für Migranten, in Ehingen empfangen und zu den einzelnen Stationen der Exkursion begleitet:

In der Michel-Buck-Schule konnten sich die Gäste von der intensiven Arbeit in den Vorbereitungsklassen überzeugen und erlebten die Herausforderungen, die sich den Lehrerinnen täglich stellen, hautnah mit. Reihum erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler, wie sie am folgenden Tag auf dem Markt die Zutaten für einen Obstsalat kaufen wollten. "Ich möchte eine Birne kaufen; ich möchte eine Schale Erdbeeren kaufen; ich möchte ein Stück Melone kaufen."

Ursula Helldorff, 1. Vorsitzende des Freundeskreises und Integrationsbeauftragte der Stadt Ehingen, erläuterte beispielhaft die Auswirkungen von unterschiedlichen Aufenthaltstiteln oder Duldung auf die persönlichen Schicksale von geflüchteten Familien.

An der nächsten Station empfing Esther Asghar die Gruppe in der Gemeinschaftsunterkunft Berkacher Straße und schilderte die vielfältigen Aufgaben, aber auch die Herausforderungen der Verwaltung in der Unterkunft: Behördengänge erledigen, Zimmer ausstatten, Zimmer verteilen und umverteilen, Anträge weiterleiten, Post verteilen, Streit schlichten, vor allem aber - täglich mit den Sorgen und Nöten der Bewohnerinnen und Bewohner konfrontiert sein und versuchen zu helfen. Oftmals überlappen sich die Aufgaben der reinen Verwaltung und der Sozialbetreuung.

Der Besuch im Zimmer einer geflüchteten Familie mit Zwillingsbabies gehörte wohl zu den berührendsten Erlebnissen des Tages.

Heidi Porsche schilderte anschließend noch die Netzwerkarbeit im Bereich Integration in Ehingen: Kinderschutzbund und Freundeskreis für Migranten arbeiten eng mit den Schulen zusammen und bieten Hausaufgabenbetreuung und Schülerförderung an verschiedenen Standorten und für verschiedene Altersgruppen an. In den Gemeinschaftsunterkünften arbeiten Helferkreise und helfen bedarfsorientiert bei der Sprachförderung, bei Behördengängen, Arztbesuchen, sind eingebunden in die Wohnungs- und Arbeitssuche. Auch Menschen in den Anschlussunterbringungen der Stadt werden von Ehrenamtlichen besucht und falls nötig unterstützt. Ebenso wird der Besuch von Sprach- und Integrationskursen angeraten - bei Schwierigkeiten nach den Kursen hilft dann wieder das Ehrenamt weiter.

Die wichtigste Erkenntnis, die die Besuchergruppe aus Ulm mitnehmen konnte, war wohl: ein Engagierter allein kann wenig bewirken und gelangt häufig an unüberwindliche Grenzen - gemeinsam aber schaffen wir das!

u.helldorff 28.06.2016

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