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Neuerscheinung: "Tante Korshid erzählt" von Roya Rahmani

Roya_Rahmani_2021_08Die Iranerin Roya Rahmani lebt mit ihrer Familie seit einigen Jahren in Ehingen und ist vielfältig aktiv.  Sie engagiert sich im ehrenamtlichen Dolmetscherdienst, gibt Unterricht bei der Schülerhilfe des Freundeskreises, ist aktives Mitglied bei "Frauenrunde, Frauenstunde", gibt Kochkurse bei der vhs, ...... Nun hat sie ein Buch veröffentlicht.

Veit Feger hat dazu folgenden Text verfasst:

Die Autorin beschreibt in ihrem Buch das Leben einer 1990 gestorbenen Frau, so, als ob diese alte Frau selbst ihr Leben erzählt, dem damaligen Kinde Roya, das der Seniorin Khorshid morgens öfters frische Schafmilch vom elterlichen Bauernhof brachte. - „Tante Khorshid" stammte von einer armenischen Mutter und einem osmanisch-moslemischen Vater ab, eine Verbindung, die von deren jeweiligen Eltern nicht gewünscht war. Die Mutter der kleinen Khorshid, Sanam, musste fliehen vor der osmanischen Verfolgung der Armenier; ihre spätere Tochter Khorshid muss als Kind ebenfalls den Verlust ihrer Heimat erleben, jetzt infolge einer Naturkatastrophe. Ihr weiteres Leben hat mehr Schrecknisse als schöne Augenblicke für sie bereit.

Buchillustration_Tante_Korshid

Zur Autorin: Das Bauernkind Roya Rahmani erkämpfte sich als erstes Mädchen in ihrem Dorf den Zugang zu einer höheren Bildung. Sie hat in ihrer iranischen Heimat als Schülerin Theaterstücke verfasst, die am Gymnasium der Stadt Ashtian aufgeführt wurden. Mit ihrem Mann, einem Bauunternehmer, lebte sie später in Teheran. 2012 kam Roya nach Ehingen, weil sie ihren vom iranischen Regime verfolgten Ehemann auf der Flucht begleiten wollte, mit dabei die damals fünfjährige Tochter Saba. In Deutschland hat Roya mit ihrer Familie große und immer noch nicht ganz ausgestandene Probleme mit dem Erhalt wenigstens einer Duldung; jahrelang hatte sie Schlafprobleme wegen der Angst vor einer nächtlichen Abschiebung.
Momentan sieht es etwas besser für sie aus; sie hat im Frühjahr eine Arbeitserlaubnis erhalten und war zuerst im Büro einer Firma in Rottenacker beschäftigt; seit Ende Juli arbeitet sie in einer Ehinger Bäckerei. Eine andere Ehinger Migrantin, die schon lang in Ehingen lebt, durch ihre Hilfsaktionen für ihre Heimat Eritrea recht bekannt wurde und in der Bäckerei lange arbeitete, hat ihr den Weg dorthin mit-geebnet.
Der Job dort ist hart, aber Roya ist froh, dass sie endlich SELBST Geld für ihre Familie und sich verdienen darf.


Als Nichtanerkannte erhielt Roya keinen Deutsch-Kurs; sie musste sich die deutsche Sprache selbst beizubringen versuchen. Unterstützt wurde sie dabei von Mitgliedern des Freundeskreises für Migranten - unter anderem von Uli Feger und ihrem Ehemann Veit Feger. Ich, Veit, merkte, dass Roya gern schreibt, ich erfuhr von ihr, dass sie früher im Iran schon Texte verfasst hatte; ich ermunterte sie (die damals noch keine Arbeitserlaubnis hatte) zum Schreiben von Geschichten, unter anderem der Geschichte von Khorshid, deren Mutter, deren Familie. - Auf Royas Facebook-Account kann man zwei kürzere, früher verfasste Geschichten aus der „Feder" Royas nachlesen. Auch diese „spielen" in der Heimat der Autorin, in einem Dorf im Iran, in der die Einheimischen noch die seltene Turk-Sprache „Chaladsch" verwenden.

Veit Feger, Ende August 2021

Flyer für Buchbestellung

u.helldorff 29.08.2021

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